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13.02.2012 (10:30), Thema des Tages:

Schafft Deutschland seine Sprache ab?

Wir joggen, walken, nutzen Handy und Laptop, shoppen im Supersale zu Killerpreisen und trinken dabei unseren Coffee to go: Schick, gebildet und international ist, wer Anglizismen nutzt. An Hochschulen, Firmen und in der Werbesprache wird Deutsch mehr und mehr entwertet - Obwohl nach diversen Studien Anglizismen in der Werbung unbeliebt sind und oft sogar missverstanden werden. Neuerdings empfiehlt die Hochschulrektorenkonferenz, das Deutsche als Sprache von wissenschaftlichen Veröffentlichungen und als Sprache der Lehre zu erhalten.

Und wie sieht es auf europäischer Ebene aus: Obwohl Deutsch als Muttersprache in der EU mit großem Abstand den ersten Rang einnimmt, und obwohl im EU-Parlament die deutschsprachigen Abgeordneten die größte Gruppe stellen, wird derzeit nur ein Prozent der nach außen gehenden Kommunikation in deutscher Sprache geführt. Schafft Deutschland systematisch seine Sprache ab? Andererseits: Wie sagt man zu Laptop, Airbag oder SMS auf deutsch? Wo liegt die Grenze zwischen notwendigen Fremdwörtern und überflüssigen Anglizismen? Wo beginnt die Sprachpanscherei und wer setzt die Grenze fest?

Darüber diskutierten Thomas Paulwitz vom Verein für Sprachpflege e.V. und Herausgeber der Zeitschrift "Deutsche Sprachwelt", Manfred Weber, Abgeordneter im Europäischen Parlaments und Michael Skasa, Rundfunkmoderator und Journalist. Moderation: Ruthart Tresselt.

Das war ein Aufregerthema, das zahlreiche Menschen in den Presseclub führte. Fazit: Es liegt an uns selbst, wie sich die deutsche Sprache in Zukunft entwickelt. Wird Deutsch als Arbeitssprache im EU-Parlament auch benutzt oder müssen wir uns künftig als Provinz einer globalen Kultur mit einheimischem Dialekt verstehen?

Video: Manfred Weber

Video: Thomas Paulwitz

Video: Michael Skasa

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