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03.11.2008, Thema des Tages:

Energie und Klimaschutz

Bericht von Tilo Mahn

Ihre ganz eigene Sicht zu Energie und Umweltschutz präsentierten gestern im Forum des Münchner PresseClubs e.V. Vertreter aus Industrie und Naturschutz. Trotz zahlreicher Bemühungen von einzelnen Unternehmen, umweltfreundlicher und nachhaltiger zu produzieren, sieht Professor Hubert Weiger vom Bund Naturschutz in Bayern großen Bedarf zum Umdenken in der Industrie und beim Verbraucher. Einig waren sich die Gesprächspartner darüber, dass Transparenz für den Konsumenten dabei eine notwendige Voraussetzung ist.

„Jeder Einzelne ist verantwortlich“, ließ schon früh Henning H. Ohlsson, Geschäftsführer bei Epson Deutschland, seinen Satz zum „Green Way“ des japanischen Unternehmens fallen. Nicht zuletzt, um auf die ehrgeizigen Maßnahmen zum Umwelt-schutz in seiner Firma gebührend hinzuweisen. Die Industrie hat schon lange erkannt, dass mit Umweltschutz neben einem Imagegewinn auch ökonomische Ziele erreicht werden können. Der Konsument nimmt die Angebote auf, „doch fehlt es ihm nach wie vor an Information“, bemängelte Professor Weiger.

Er lenkte ein, der Weg könne keinesfalls zu einer vorindustriellen Gesellschaft führen, um endlich das erforderliche Energiesparen bei jedem Einzelnen voranzutreiben. Vielmehr müsse die Politik die richtigen „ökologischen Leitplanken“ stellen, um auch der Rolle des Vorbilds in Deutschland gerecht zu werden. „Es ist eine gesamtgesellschaftliche Frage, was wir uns beim Energieverbrauch noch leisten können.“
Dem Widerspruch in Gesellschaft und Industrie, bei immer knapper werdenden Ressourcen weiterhin nach immer höherem Lebensstandard und immer höheren Gewinnen zu streben und dabei ein Vielfaches der dafür zur Verfügung stehenden Energie zu verbrauchen, entgegnet Weiger mit der Einschränkung: „Wir müssen definieren, was Wachstum ist“. Maßnahmen, um Energie zu sparen und umweltfreundlich zu produzieren, müssten dabei gezielt in die Ausrichtung moderner Unternehmen aufgenommen werden.

Henning H. Ohlsson will mit seinem Unternehmen solch einen Weg gehen. Strom aus Wasserkraft, Solarzellen auf den Konzerndächern, weniger CO2-Emissionen; bei Epson will man die Zeichen der Zeit erkannt haben. „Wir halten dies bei Epson inzwischen für eine absolute Notwendigkeit“, betonte der Geschäftsführer. Auf den Einwurf des Vorsitzenden des PresseClubs, Ruthart Tresselt, ob es für einzelne Unternehmen momentan nicht einfach schick sei, sich umweltfreundlich zu präsentieren, und der Frage nach einer übergreifenden Kooperation in der Wirtschaft, sagte Ohlsson: „Es gibt momentan keinen Industrieansatz zum Thema Green IT im Druckerbereich.“

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